Fellarbeit, 2024

Hübsches Ding

Hübsches Ding ist eine Arbeit mit Schaffell, realisiert 2024 im Rahmen der Ausstellung Refining Nature – Redefining Space im Kunstverein Neckar-Odenwald.

Die Arbeit Hübsches Ding thematisiert das Wilde und das Gezähmte. Der Titel ruft ein altes weibliches Stereotyp auf. Der widerspenstigen Zähmung war früher eine Prämisse in der Erziehung von Mädchen, auch heute noch werden Mädchen anderen sozialen Normen unterworfen als Jungs. Hübsches Ding verweist dahin ohne explizit darauf festgelegt zu sein.

Die Struktur der Zöpfe, die unten mit Draht zusammengehalten werden, kontrastiert mit der rosafarbenen, grobkörnigen Wand. Die Arbeit nutzt die alte Kulturtechnik des Flechtens: Flechten als Ausdruck von Zärtlichkeit und Zuneigung, aber auch von Bändigung und Kontrolle. Liebevolles Tun und repressiver Zwang liegen manchmal nur ein Haar breit auseinander.

Für Marietta Schwarz ist Fell etwas Besonderes – es ist kein Material, sondern Körperrepräsentanz.

Felle ermöglichen ihr die Auseinandersetzung mit existenziellen Themen. Ihre physische Präsenz, ihr natürlicher Geruch und ihre Widerborstigkeit werfen Fragen auf nach Nähe und Distanz, Körper und Raum, nach dem Verhältnis von Mensch zu Mensch, und von Mensch zu Tier und Natur. Felle verkörpern existentielle Erfahrungen über die Zeit hinweg.

Materialien

Heidschnuckenfell, geflochten und frisiert, Draht, rosa Wandfarbe, Stahlstifte

Maße

B 110 x H 220 x T 6 cm
Fotografie: Moritz Bernoully, Marietta Schwarz

Eine weitere Präsentation der Arbeit Hübsches Ding erfolgte in der Ausstellung (No) Silence Up There im Dachspeicher eines alten Speichergebäudes, Köln, 2024. Dort war sie mit weiteren Arbeiten aus der Ausstellung Refining Nature – Redefining Space des Kunstvereins Neckar-Odenwald zu sehen.

Fotografie: Mareike Tocha, Marietta Schwarz

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Zu sehen ist die raumgreifende Installation „Die Zeiten werden rauer" in einem Ausstellungsraum: Fünf Tierfelle verschiedener Form, Größe und Farbe hängen von der Decke herab, befestigt an Metallketten, die an einer gebogenen Metallschiene montiert sind, die in Deckenhöhe verläuft. Die Felle schweben frei im Raum, in fast gleichmäßigen Abständen nebeneinander. Hinter ihnen spannt sich ein leuchtend orangefarbenes Kunststoffnetz horizontal über die gesamte Breite des Raumes an der Wand entlang.

Die Zeiten werden rauer

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Traumhaus

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Honotau

Zu sehen ist eine Ausstellungshalle mit mehreren Objekten. Links im Vordergrund ist die raumgreifende Installation "Embracing The Mysterious Void" zu sehen, die wie ein offenes, zeltartiges Objekt im Raum steht. Zwei lange, schräg nach unten verlaufende Flächen aus weißem Fell formen eine spitze, dreieckige Silhouette, die nach oben hin in Richtung der Decke der Ausstellungshalle spitz zuläuft und sich nach unten hin weit öffnet. Im Inneren dieses Gebildes ist eine leuchtend orangefarbene Fläche zu sehen, ein innerer Raum. Das Objekt steht mit drei Spitzen auf dem Boden und ist nach unten zu allen Seiten offen und durchlässig. Die Ränder der orangefarbenen Fläche sind ebenfalls von dem weißem Fell umgeben. In der Mitte des Raumes steht ein weißer Stützpfeiler, dahinter leicht rechts eine weitere etwas kleinere Installation, dahinter befindet sich ein großes Fenster bis zum Boden mit Blick ins Grüne, rechts daneben hängt ein Fell in Grautönen mit geflochtenen Zöpfen an der Wand. Links oben in der Ecke befindet sich noch ein hohes Fenster. Der Boden der weißgestrichenen Halle ist mittelgrau.

Embracing The Mysterious Void (proto)

Zu sehen ist "Wir haben lange auf Regen gewartet (Zeltarbeit)", eine Installation bestehend aus zwei sich oben in der Mitte kreuzenden gebogenen, schwarzen Metall- oder Plastikstangen, die bogenförmig aufgestellt sind, wie ein Zeltgerüst. Die Konstruktion steht frei in einem Ausstellungsraum, vor einer Wand mit einem Fenster links und einer weiteren Arbeit mit einer großen Holzplatte mit drei Abbildungen rechts im Hintergrund. Dort, wo die gespannten Bögen am Boden auftreffen und verankert sind, liegt eine sehr große, fast schwarze Fellfläche ausgebreitet. Das Fell ist sehr langhaarig. Ein weiteres kleineres Fellstück ist horizontal mittig zwischen den Bögen aufgespannt. Es hängt etwa auf Brusthöhe und ist ebenfalls sehr dunkel-braun, fast schwarz und langhaarig. An den Seiten hängen die langen Fellhaare herunter.

Wir haben lange auf Regen gewartet (Zeltarbeit)

Stop Swaying

Stop Swaying