2024

Embracing The Mysterious Void (proto)

Embracing The Mysterious Void (proto) ist eine ortsspezifische Rauminstallation, realisiert in der Ausstellung Refining Nature – Redefining Space für den Kunstverein Neckar-Odenwald 2024.

Marietta Schwarz bezieht sich mit ihrer Arbeit auf die frühere Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes: bis in die Sechzigerjahre des letzten Jahrhunderts wurde es als Schlachthof genutzt. In beiden Ausstellungsräumen des Untergeschosses hängen noch die ehemaligen Transportschienen, an denen die geschlachteten Tiere und Fleischteile durch die Räume gezogen wurden. Diese Schienen prägen die Atmosphäre des Hauses eindrücklich in ambivalenter Weise.

Ein Schlachthaus repräsentiert die enge Verbindung zwischen den Menschen und der von ihnen (aus)genutzten Natur. Daher bringt die Künstlerin Felle und Schurwolle in die Konzeption ihrer Ausstellung ein – Materialien, die Nähe und Distanz, Körperlichkeit, Schutz und Verletzlichkeit, aber auch Eigenwilligkeit und Widerständigkeit in sich tragen. Damit bezieht sie sich einerseits auf die Historie des Gebäudes und dessen Innenarchitektur, andererseits eröffnet sie Fragen zum ambivalenten Verhältnis von Mensch und Tier.

Für Embracing The Mysterious Void (proto) wurden Felle von Islandschafen verbunden und auf eine Holz-Metall-Konstruktion gespannt, deren Innenauskleidung aus orangefarbenem Filz gefertigt wurde.

Für die Künstlerin Marietta Schwarz ist Fell etwas Besonderes – weniger Material, sondern Körperrepräsentanz. Felle ermöglichen ihr die Auseinandersetzung mit existenziellen Themen – sie verkörpern existentielle Erfahrungen über die Zeit hinweg.

Die Installation erzeugt eine Raum-in-Raum-Situation mit gedämpfter Akustik im Innern, das eine Atmosphäre von Wärme und Dichte ausstrahlt. Das Orange der Innenauskleidung tritt optisch nach außen und reflektiert das Licht auf dem Fußboden. Die Schaffelle duften nach Lanolin und verwandeln den Ausstellungsraum mit ihrem Geruch in einen Saal der Sinne.

Embracing The Mysterious Void (proto) stellt einen Bezug her zu archetypischen Formen von Behausung, verweist darauf, dass die Ursprünge des umbauten Raums aufs Engste mit der Verwendung von Holz und selbst hergestellten tierlichen Produkten wie Fellen und Leder verknüpft war: die Entstehung alles Gebauten aus dem Zelt.

Materialien

Islandschaffelle und Filz auf Holz-Metall-Konstruktion

Maße

B 240 x H 300 x T 200 cm
Fotografie: Moritz Bernoully

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Touch

Touch

Interwall

Interwall

„crrrrrrrrrr“ Nr. 9, Querformat

crrrrrrrrrr

In einem hallenartigen Ausstellungsraum mit großen Fenstern und weißen Wänden sind im wesentlichen zwei große Objekte zu sehen: Rechts im Bild steht ein Fragment eines Baumstamms, verwittert und seiner Rinde entkleidet, auf dem Boden dahinter liegen Sägespäne ("Fellarbeit (Boxsack)"). Und der Bildmitte zwischen den Objekten befindet sich ein großes Fenster bis zum Boden, durch das vage die Umgebung zu sehen ist. Links im Bild hängt an einer Metallkette ein Objekt im Raum, das die Form und Größe eins Boxsacks hat und ringsum von einem grauen-schwarz-weißen Fell umgeben ist. Unter dem Objekt verlaufen leicht schräg sieben gelbe Klebestreifen auf dem dunklen Fußboden nach vorne aus dem Bild heraus. Hinter dem Fellobjekt ist auch noch ein großes Fenster zu sehen. Rechts neben den Klebestreifen stehen drei schmale pfahlartige Objekte unterschiedlicher Höhe und Art, die jeweils auf vier dünnen gespreizten Stäben stehen.

Fellarbeit (Boxsack)

Ihr seid nicht mehr da wo ihr wart_DSF8159_sw_web

Ihr seid nicht mehr da wo ihr wart

"(Corona)": Zu sehen ist eine horizontale, rechteckige Bildfläche, schwarz gerahmt, in der sich schwarze, kreisförmige Gebilde in mit weich ausfransenden Rändern auf einem hellen Untergrund ausbreiten. Die dunklen Formen sind vor allem am Bildrand angeordnet. Sie wirken wie organische Ausblühungen, ihre Ränder sind nicht klar begrenzt, und sie variieren in Größe und Form. Einige sind einzeln angeordnet, andere berühren sich.

(Corona)