2023

Moby

Moby ist eine monumentale ortsspezifische Rauminstallation, realisiert 2023 für die Ausstellung Wir haben lange auf Regen gewartet im Kunsthafen im Rhenania, Köln.

Moby erzeugt durch die paradoxe Verbindung von Schwere und Leichtigkeit eine eigenwillige Spannung. Ein massiver Treibholzstamm von 4,20 Meter Länge und einem Gewicht von 1,3 Tonnen hängt an drei schweren Ankerketten frei im Raum – schwebend, als wäre er schwerelos, obwohl seine physische Präsenz unmittelbar spürbar ist.

Der Titel Moby evoziert unmittelbar Herman Melvilles legendären weißen Wal. Wie Moby Dick verkörpert auch dieser Stamm eine ambivalente Naturmacht: Das Treibholz ist Zeugnis eines langen Weges durch Wasser und Zeit, gleichermaßen geformt und gezeichnet von den Elementen, wie von der Hand des Menschen.

Die gelben Fahrbahnmarkierungsstreifen am Boden schaffen eine zweite Bedeutungsebene. Sie durchqueren den Raum diagonal von einer Wand zur anderen. Diese urbanen, funktionalen Elemente kontrastieren scharf mit der organischen Wildheit des Holzes. Die Streifen markieren Übergänge, leiten Bewegungen und verweisen auf die existenzielle Notwendigkeit von Orientierung in provisorischen Situationen. Sie dynamisieren den Raum, lenken den Blick, schaffen Bewegung – während der Stamm in seiner schwebenden Ruhe verharrt.

Die Installation thematisiert Stillstand und Bewegung, Natur und Zivilisation, das Wilde und das Gezähmte. Sie thematisiert auch das Zeitliche: Über die Ausstellungsdauer verändert sich der Stamm, er trocknet ab, täglich rieseln Dreck und Sand herab. Pflanzen keimen auf seiner Rinde, als ob er noch lebendig wäre.

Materialien

Treibholzstamm, Ankerkette, Edelstahl und Schekel, 6 Flacheisen, Fahrbahnmarkierungsfolie

Maße

B 11 m x L 6 m x H 4m, Maße des Stammes: 3,2 m x 1 m (1,3m), Gewicht: 1,3 t
Fotografie: Mareike Tocha, Marietta Schwarz

Die Rauminstallation Moby erforderte aufwendige Planungen und technische Umsetzungen bei der Realisierung. Diese wurden ermöglicht durch die ehrenamtliche Unterstützung der Firmen Luca Helligrath – Garten und Landschaftsbau, METABA Hammelrath, Walter + Reif Ingenieurgesellschaft mbH im Rahmen einer Kulturpatenschaft mit den Kölner KulturPaten e. V.

Marietta Schwarz dankt allen Beteiligten an dieser Stelle nochmals für ihr ausserordentliches Engagement.

(Hier noch die LOGOS einfügen.)

 

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Schwarz in Schwarz

Zu sehen ist die Installation „Balance“ in einem hellen Ausstellungsraum. Der Raum ist hoch, offen, hat weiße Wände, große, zum Boden reichende Fenster und einen dunklen Boden. Im Vordergrund links-mittig steht eine Skulptur aus einem Baumstamm, der sich von oben nach unten in zwei Teile aufgliedert. Sie sind unterschiedlich lang, und naturbelassen, mit einer groben Baumrinde. Nach unten stehen die beiden Holzteile jeweils auf einer dünnen Metallstange, am oberen Ende befindet sich dort, wo sie zusammenlaufen, vertrocknetes Wurzelwerk. Das gesamte Holzfragment wird von einem schwarzen Seil, das von der Decke herabhängt, von oben gehalten. Das Seil ist oben an der Decke befestigt und kommt ein zweites Mal von dort wieder herunter und löst sich in diesem Strang zunehmend in seine einzelnen feineren Stränge auf. Das aufgelöste Seil endet seitlich auf der Wurzel. Hinter der Hauptskulptur rechts stehen sechs sehr schlanke, aufrechte Objekte in zwei Dreiergruppen. Sie bestehen aus dünnen, hellen Holzstäben. Am oberen Ende jedes Stabes befindet sich eine getrocknete Pflanze (Blüte). Die Hölzer stehen jeweils auf vier feinen gespreizten Metallstäben.

Balance

Zu sehen ist die Fellarbeit "Sternschnucke", eine frei im Raum stehende Skulptur: Eine Art Ständer aus einfach hellen Holzbalken bildet die tragende Konstruktion. Die Beine dieses Gestells laufen nach unten in spitze, dreieckige Formen aus. Darüber hängt ein großes, graues Fell, das die tragende Holzkonstruktion größtenteils überdeckt. Das Fell ist silbrig-grau mit sehr langem Haar. Die Farbe changiert zwischen sehr hellen, fast weißen Grautönen und schwarz. Auf der rechten Seite des Fells ist eine Flechtung zu sehen, wie ein langer Zopf, der sich entlang der rechten Seite hinunterzieht.

Sternschnucke

Zu sehen ist die Fellarbeit "Schauer", die aus zwei übereinander angeordneten Elementen besteht. Oben befindet sich waagerecht ein Stück langhaariges silbrig-graues Fell. Das Haar des Fells hängt unregelmäßig lang nach unten und wird nach unten hin etwas dunkler im Farbton. Darunter befindet sich mit etwas Abstand eine flache, matte, schwarze Form, ein nach oben hin sehr unregelmäßig ausgefranstes oder gezacktes Stück Leder. Die untere Kante ist gerade. Zwischen beiden Elementen ist ein weißer Leerraum, der die beiden Elemente auch umgibt.

Schauer

Die Arbeit "Schwarze Witwe" zeigt eine schlanke Skulptur, die frei im Raum nahe einer weißen Säule steht. Sie ist, schmal und vertikal ausgerichtet: Auf drei dünnen Metallstäben, die sich nach unten spreizen wie Beine richtet sich ein langer, schmaler Holzstab, an dessen oberem Ende ein schwarzes Seil hängt, dass teilweise in seine einzelnen Fäden zerfasert ist, die den Stab entlang in unregelmäßigen Fransen nach unten hängen. Oberhalb des Stabes ist das Seil spiralförmig um den unteren Teil des Stils einer getrockneten Pflanze, einer Sonnenblume, gewickelt ist. Weiter oben trägt der Stil zwei welke Blätter und ganz oben lässt eine verblühte Blüte den Kopf nach unten hängen. Das Pflanzenelement ist schwarz. Die Skulptur steht vor einer weißen Wand, rechts neben ihr ist ein weißer Stützpfeiler zu sehen, der Boden des Raumes ist dunkelgrau.

Schwarze Witwe